Geschichte: Moskau

Moskau blickt auf eine lange, ereignisreiche Geschichte zurück.
Vor 9 Jahrhunderten befahl Juri Dolgoruki den Bau einer hölzernen Stadt, die die erste Siedlung in dem Gebiet, auf dem heute Moskau steht, darstellt. Das Jahr 1147 geht somit als Gründungsjahr in die Geschichte Moskaus ein.
1156 wurde die erste hölzerne Wehranlage, der erste Kreml zum Schutz der Stadt errichtet.

1238 fielen die Mongolen in die Stadt ein und brannten alles nieder.
1263 entwickelte sich Moskau unter der Herrschaft der Tataren zum Fürstentum.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Moskauer Großfürst das Oberhaupt des russischen Staates.
1380 schließlich verzeichnete Russland einen Sieg über die Tataren und festigte somit sein politisches und millitärisches Ansehen.
Die Wirtschaft wuchs kontinuierlich an.

1480 wurde Moskau zum ersten Mal Haupstadt des russischen Staates. Nachdem Iwan der Dritte die Prinzessin Sofie heiratete, übernahm er ihre Idee eines autokratischen Staates. Seitdem wird Moskau auch als "Drittes Rom" bezeichnet.
Im 15. Jahrhundert wurde der Kreml ausgebaut. Infolge dessen ließen sich viele Handwerker und Kaufleute dort nieder. Die Stadt wuchs unaufhaltsam. Eine Erdverschanzung bzw. Ringmauer um Moskau schirmte die aufblühende Stadt nach außen hin ab.

Nach der Tatarenherrschaft in unruhigen Zeiten nutzen die Polen ihre Chance und rückten mit Truppen ein. Im Zuge dessen versuchten sie Marionetten zu installieren. Die polnische Armee jedoch kapitulierte nachdem die Volksarmee aus Nischnij Nowgorod einmarschierte. Dies stellt gleichzeitig den Beginn der Romanow-Dynastie dar.

Nachdem die ersten Tuch-, Papier- und Ziegelmanufakturen entstanden, weitete sich auch die Kluft zwischen arm und reich.
1667 kam es zum ersten Bauernaufstand gegen die Unterdrückung.
Im Jahre 1687 öffnete die erste Hochschule Moskaus, die "Slawische Griechische Akademie". Fünfzehn Jahre später publizierte die erste russische Zeitung "Wedomosti" ihre ersten Artikel.

1712 entschied der Zar Peter der Große seine neuerrichtete Stadt als Hauptstadt zu ernennen. Statt Moskau war nun Sankt Petersburg Sitz des Zaren und der Regierung.
Das 18. Jahrhundert wurde sehr stark von vielen russischen Gelehrten und Schriftstellern geprägt. Sowohl Alexander Sumarokow, Denis Fonwisin, Nikolai Karamin und vor allem der Gelehrte Lomonossow, nach dem die ersten russische Universität benannt worden ist, symbolisieren die Kunst dieser Zeit.

Schließlich, 1812 marschierte Napoleon in Moskau ein und setze Moskau in Flammen. Etwa zweidrittel des Gebiets Moskaus brannte nieder. Allerdings zwangen die eisigen Temperaturen und der Hunger der Soldaten die französische Armee zum Rückzug. Moskau wurde wieder errichtet. Das stetige Anwachsen der Bevölkerung hatte jedoch zur Folge, dass der ursprüngliche Verteidigungsring nicht mehr ausreichte. Es wurde ein viel größerer errichtet.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts, im Zuge der gesamteuropäischen Industrialisierung wurden auch in Moskau die ersten Straßen- und Bahnstrecken gebaut. 1890 schließlich fuhr die erste Straßenbahn Russlands auf Moskaus Schienen.
Ende des 19. Jahrhunderts kam es erneut zu Unruhen aufgrund sozialer Ungerechtigkeiten. 1861 wurde die Leibeigenschaft abgeschafft. In Folge dessen wanderten Zehntausende Bauern in die Städte in der Hoffnung durch Lohnarbeit einen besseren Lebensstandard erreichen zu können. Sowohl die schlechten Arbeitsbedingungen in den Fabriken als auch die Unterbezahlung der Arbeiter führten zu erheblichen Spannungen.
1898 wurde die erste sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands gegründet.

1905 bis 1907 kam es erneut zum bewaffneten Aufstand.
Im ersten Weltkrieg gab es Versorgungsengpässe, die Wirtschaft versank im Chaos. Dies widerum führte 1917 zum Bürgerkrieg, der den Sturz Nikolaus des Zweiten zur Folge hatte.
Im Oktober des selben Jahres rief Lenin die Oktoberrevolution aus. Nach dem Bürgerkrieg, der von 1917 bis 1922 anhielt, kam es zur Machtübernahme der Bolschewiki in Russland. Und schon während der Unruhen wechselte das russische Machtzentrum, der Sitz der Regierung erneut nach Moskau. 1922 riefen die Bolschewiki die Sowjetunion aus.

Ab 1925 begann die Umgestaltung Moskaus.
Die Stadt sollte einen völlig neues Stadtbild erhalten, sie sollte nach neuen städtebaulichen Grundsätzen gebaut werden.
1926 lebten bereits über zwei Millionen Menschen in Moskau.
Stalin begann 1935 mit einer Neugestaltung Moskaus, die die Größe und die Macht der Sowjetunion zum Ausdruck bringen sollte. In dieser Zeit entstanden die breiten Straßen, die U-Bahn, die Brücke über die Moskwa und der Moskau-Wolgakanal.
Paradoxerweise verhinderte der Zweite Weltkrieg die totale Vernichtung des alten Moskaus. Alle Bauarbeiten mussten aufgrund des Krieges eingestellt werden, sodass viele historische Bauten gerettet wurden.

Im Juni 1941 kam es zur Offensive in Moskau. Die Deutsche Wehrmacht marschierte auf Moskau zu. Im November des selben Jahres rückten die deutschen Truppen in einer zweiten Offensive bis in die Vororte Moskaus ein. Kaum sechs Monate nach dem Blitzkrieg gegen die UdSSR, trotz der Existenz eines Nichtangriffspaktes zwischen Stalin und Hitler, erlebte die deutsche Wehrmacht die erste große Niederlage des Krieges.
Es starben 250 000 deutsche Soldaten. Auf russischer Seite wurden 700 000 Soldaten verwundet, getötet oder sind bis heute vermisst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Moskau wieder aufgebaut. Es fehlten nach der Zerstörung der Stadt wichtige Orientierungspunkte, sodass man beschloss acht Hochhäuser nach russischer Architektur zu errichten. Stalin starb 1953 und wurde zunächst neben Lenin im Mausoleum am Roten Platz beigesetzt. Später, im Rahmen der Entstalinisierung lagerte man sein Grab an die Kremlmauer um.

1980 fanden die Olympischen Sommerspiele in Moskau statt. Die russische Wirtschaft versank zunehmend in einer Krise. Im Rahmen der Politik des damaligen Präsidenten Gorbatschow wurde immmer deutlicher, dass dieses politische bzw. wirtschaftliche System des Sozialismus keine Überlebenschancen mehr hatte, dass es dem Untergang geweiht war.
1991 legte Gorbatschow einen Vertrag vor, der die Umgestaltung der Sowjetunion zum Inhalt hatte.
Die Generäle stellten sich gegen den Präsidenten und organisierten einen Putschversuch, der jedoch scheiterte. Nach vier Monaten, trat Gorbatschow zurück. Der 25. Dezember 1991 markiert sogleich das Ende des ersten kommunistischen Staates.

Boris Jelzin übernahm die Regierungsgeschäfte und wurde zum ersten Präsidenten des neuen Russlands gewählt.
Er löste den Kongresses auf, was Putschversuche zur Folge hatte. Es kam zur gewaltsamen Auseinandersetzung, der 190 Menschen zum Opfer fielen. Im Anschluss daran gestaltete er die Verfassung zu seinen Gunsten.
Im Dezember 1993 wurde die neue Verfassung ausgerufen, der Weg für erste, freien Wahlen in Russland mit mehreren konkurrierenden Parteien war geebnet.